Paydirekt – Konkurrenz für PayPal?

Online-Shopping ist längst zur Normalität geworden. Inzwischen haben das auch die deutschen Banken erkannt und einen eigenen Bezahldienst entwickelt. Doch was taugt Paydirekt?

Jeder zehnte Euro landet im Netz

Artikel wählen, Kauf bestätigen und bezahlen: Der Einkauf übers Internet ist einfach und geht schnell. Das haben auch die Deutschen erkannt und geben inzwischen jeden zehnten Euro im Netz aus. 43 Milliarden Euro sind das und es werden jedes Jahr mehr. Bislang war PayPal dafür verantwortlich, den Großteil dieser Transaktionen abzuwickeln. Das soll sich nun ändern, denn die deutschen Banken arbeiten aktuell an einem eigenen Dienst, welcher dem Klassenprimus Konkurrenz machen soll. Paydirekt, so der Name des Dienstes, funktioniert ganz klassisch und nutzt das Lastschriftfahren. Benutzername und Passwort sollen bei der Identifikation helfen, während die üblichen Verschlüsselungen für die notwendige Sicherheit sorgen. Ob das Ganze so funktioniert, wie es sich der Zusammenschluss der Banken vorstellt, ist allerdings fraglich. Bislang nutzt lediglich ein Online-Shop den Dienst und auch bei anderen Portalen ist das Interesse gering.

Testphase startet schwach

Seit dem 17. August kann Paydirekt getestet werden. Bislang ist das Interesse an dem Dienst allerdings eher gering, wie ein Blick auf die aktuellen Nutzer zeigt. Nur ein Internethändler hat Paydirekt bisher integriert, 18 weitere Shops haben zumindest Interesse. Die großen Internetportale fallen nicht darunter, was zum einen an festen Kooperationen mit PayPal liegt und zum anderen an den überschaubaren Vorteilen des neuen Bezahldienstes. Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit sind zwar da, mobiles Bezahlen ist dagegen überhaupt nicht möglich. Der Dienst, welcher rund 75 Millionen Euro gekostet haben soll, verpasst damit den aktuellen Trend des Mobile-Payments und ist somit nur für wenige Menschen interessant. Allenfalls Stammkunden der beteiligten Kreditinstitute dürften an Paydirekt Interesse haben. Diese können den Dienst Ende des Jahres nutzen.

Offizieller Start Ende 2015

Aktuell befindet sich Paydirekt noch in der Testphase. Starten soll der Bezahldienst Ende 2015 als Zahlungsvariante in diversen Online-Shops, wobei die Sparkassen erst im Frühjahr 2016 in das System integriert werden. Wann neben dem bislang einzigen Internethändler D-Living noch weitere Shops integriert werden, steht noch nicht fest. Auch die Gebühren, die für die Nutzung auf Händlerseite anfallen, müssen erst noch ausgehandelt werden. Hier steht es jeder beteiligten Bank frei, selbst über die Konditionen zu entscheiden. Ob und wie genau das funktionieren wird, dürfte sich spätestens am Ende der viermonatigen Testphase zeigen. Genutzt werden kann der Dienst schon jetzt und das klappt anscheinend auch problemlos: Der erste Kauf war eine Dartscheibe.

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