Grexit: Griechenland plante neues Zahlungssystem

Griechenland plante neues Zahlungssystem

Griechenland plante neues Zahlungssystem

Griechenland und die Eurospitze haben sich in letzter Minute auf einen Rettungsplan geeinigt. Dass dieser Plan nicht die einzige Alternative war, zeigt nun ein griechischer Zeitungsbericht. Darin ist von einem neuen Zahlungssystem der Griechen die Rede.

Rettung für Griechenland

Durch den Volksentscheid und die Wirren in Griechenlands Regierung sah es lange Zeit nicht gut aus für eine Griechenland-Rettung. Nun sind die wichtigsten Punkte jedoch geklärt und das Land am Mittelmeer plant die Rückzahlung aller aufgenommenen Kredite. Dass eine solche Tilgung vor einigen Wochen noch in weiter Ferne lag, beweist nun ein Bericht einer griechischen Zeitung. Die heikle Aussage: Griechenlands Ex-Finanzminister Gianis Varoufakis plante die Einführung eines neuen Zahlungssystems. Dieses sollte die griechische Regierung im Falle eines Grexits unterstützen und als Grundlage für die Wiedereinführung der Drachme dienen. Beweise für diese Behauptungen liegen bislang allerdings nicht vor und auch die griechische Führungsspitze dementiert die Aussagen.

Grexit-Pläne nicht bekannt

Ein neues Zahlungssystems im Falle des Ausstiegs aus dem Euro: Ein solches Vorhaben ist dem Ex-Finanzminister Gianis Varoufakis zwar zuzutrauen, doch glaubt man dessen Aussage, gab es derlei Pläne nicht. Im Wortlaut bezeichnete der ehemalige Verhandlungspartner die Aussagen der Zeitung „Kathimerini“ als „Fantasie“ und aus dem Zusammenhang gerissen. Auch der stellvertretende Finanzminister Dimitris Mardas weiß von den angeblich schon fortgeschrittenen Plänen nichts. Pläne, ein neues Zahlungssystem einzuführen, habe es bei Sitzungen der griechischen Regierung nie gegeben und soll es auch in Zukunft nicht geben. Glücklicherweise, denn das neue System sollte sich laut Insidern ohnehin am Rande der Legalität bewegen.

Steuerdaten für neues Zahlungssystem

Die Aussage der griechischen Zeitung „Kathimerini“, nach welcher der Grexit durch ein neues System ermöglicht werden soll, wurde inzwischen von mehreren Seiten dementiert. Kein Wunder, denn dieses System sollte nicht ganz legal realisiert werden. So stand es zeitweise zur Debatte, die Steuerdaten griechischer Bürger zu entwenden um damit das parallele Zahlungssystem zu entwickeln. Außerdem sollte das neue System per Knopfdruck von Euro auf Drachme umgestellt werden können. Griechenland wollte sich auf diese Weise vom Euro unabhängig machen, falls keine Einigung erzielt werden würde. Dazu passt auch der Plan, Internetplattformen als Kern des Systems zu nutzen. Auf diesen sollte dann für jede Steuernummer ein Reservekonto angelegt werden, über welches die griechischen Bürger Geschäfte tätigen können.
Die Pläne für ein alternatives Zahlungssystem – falls es sie tatsächlich gegeben hat – waren also bereits sehr detailliert. Auch wenn eine Umsetzung mittlerweile unwahrscheinlich ist, zeigt die aktuelle Situation dennoch, welche Möglichkeiten Kreditinstitute in Zusammenarbeit mit der Regierung haben.

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