M-Pesa: Zahlungsdienst aus Afrika

M-Pesa: Zahlungsdienst aus Afrika

M-Pesa: Zahlungsdienst aus Afrika

Dass Handys Banken immer mehr ersetzen, ist nichts neues. Überraschend ist dagegen, dass auch Schwellenländer inzwischen ihre eigenen Mobile-Payment-Systeme entwickeln. M-Pesa ist ein erfolgreicher Dienst aus Afrika.

M-Pesa: Bezahlung via SMS

Afrika ist ein Land mit vielen wirtschaftlichen Problemen. Zumindest im Finanzbereich tut sich nun allerdings eine Hoffnung auf. Diese hört auf den Namen M-Pesa und ist ein Bezahlsystem, das via SMS funktioniert. Wer Geld überweisen will, benötigt lediglich ein Handy und etwas Guthaben. Dann reicht die Eingabe der entsprechenden Summe und Rufnummer aus und schon kommt das Geld beim Empfänger an. Das ist praktisch und gerade in Afrika, wo nur ein Viertel der Bevölkerung über ein Bankkonto verfügt, eine echte Alternative. Das haben auch die meisten Geschäfte und Tankstellen bereits erkannt und die Bezahlung via M-Pesa integriert. Selbst die Stromrechnung kann mittlerweile via Handy beglichen werden. Diese Entwicklung ruft auch die großen Banken auf den Plan, die sich in das mobile Geschäft einklinken. Der Zugriff auf das eigene Sparkonto ist inzwischen ebenso möglich wie Kreditanfragen via SMS. Letzteres ist besonders praktisch, denn private Kredithaie – in Afrika weit verbreitet – verlangen oft bis zu 50 Prozent Zinsen.

Chronik des Erfolgs

M-Pesa ist ein echter Erfolg und verbreitet sich von Kenia über andere afrikanische Staaten wie Tansania, Ägypten und Nigeria. Doch wer steckt eigentlich hinter der simplen, aber effektiven Idee? Entwickelt wurde der Dienst ursprünglich von der britischen Entwicklungsorganisation Difid, 2007 nahm sich der Anbieter Safaricom des Konzepts an und entwickelte es weiter. Nach und nach kamen neue Funktionen hinzu, es wurde möglich, selbst Versicherungsfälle mit dem Handy abzuwickeln. Heute, etwa acht Jahre nach der Entwicklung des wegweisenden Dienstes, sind klassische Banken in vielen Regionen Afrikas überflüssig geworden. Stattdessen werden spezielle M-Pesa-Agenten genutzt, welche das Guthaben bei Bedarf auszahlen. Knapp 70.000 sind davon aktuell im Einsatz und es werden immer mehr.

Verbreitung auf allen Kontinenten

Der Zahlungsdienst M-Pesa wird aktuell vor allem in Afrika genutzt, doch auch in anderen Ländern verbreitet er sich immer weiter. So etwa im EU-Land Rumänien, in Bangladesch und in Indien. Überall dort also, wo das Bankensystem weniger weit entwickelt ist und nicht alle Menschen über ein Konto verfügen. Aus diesem Grund hat die Bezahlung via SMS in europäischen Ländern auch weniger Erfolg: Es besteht schlicht keine Notwendigkeit. Dort, wo der Dienst jedoch benötigt wird, schließt er aktuell eine große Lücke, die nicht nur ein Luxus ist, sondern auch für mehr Sicherheit sorgt. Schließlich wird der Transport von Bargeld, welcher in einigen Ländern große Gefahren mit sich bringt, komplett unterbunden. Kurzum: M-Pesa ist ein Konzept, das mehr bewirken könnte als viele Jahre Entwicklungshilfe und aufzeigt, dass das Mobile Payment tatsächlich einen praktischen Nutzen hat.

Add a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *