Apple Pay: Neues EU-Gesetz verzögert Europa-Release

Apple Pay Neues EU-Gesetz verzögert Europa-Release

Apple Pay Neues EU-Gesetz verzögert Europa-Release

In den USA ist Apple Pay ein voller Erfolg, in Europa läuft der Dienst jedoch nur schleppend an. Ein neues EU-Gesetz könnte die Probleme in Zukunft noch verstärken.

Apple Pay: Banken machen Probleme

Apple gehört zu den erfolgreichsten Zahlungsdiensten – zumindest in den USA. Außerhalb der Vereinigten Staaten tut sich das Payment-System schwer und etabliert sich nur schleppend. Der Grund: Viele Banken legen dem Dienst starke Restriktionen auf und verhindern damit wie im Falle des Australien-Starts eine erfolgreiche Einführung. Dort können Kunden den Dienst nur mit America Express-Karten nutzen und sind damit auch bei der Wahl der Banken beschränkt. Dieselbe Regelung gilt auch in Kanada und könnte laut Apple auch die Markteinführung in Spanien und anderen Ländern betreffen. Ein neues EU-Gesetz könnte zu weiteren Verzögerungen führen.

EU-Gesetz deckelt Kreditkartengebühren

Der schwere Stand von Apple Pay dürfte auch in Zukunft bestehen bleiben. Der Grund ist ein neues EU-Gesetz, welches die Kreditkartengebühren deckelt. Mit der neuen Regelung dürfen Banken ab dem 9. Dezember maximal 0,3 Prozent bei Kreditkarten und 0,2 Prozent bei Debitkarten verlangen. Damit müsste Apple, die in den USA einen Prozent auf jeden Einkauf erheben, hierzulande gewaltige Einbußen hinnehmen. Ein Beispiel: Kauft ein US-Bürger für 100 Euro ein, erhält die Bank einen US-Dollar. Diese behält davon 85 Cent, 15 Cent gehen an Apple. Mit der 0,3-Prozent-Regelung würde Apple weiterhin 15 Cent erhalten, die Banken jedoch ebenfalls nur noch 15 Cent. Bei der Nutzung einer Debitkarte würde die Marge sogar noch geringer ausfallen und könnte gerade einmal den Verwaltungsaufwand decken. Verständlich, dass viele Kreditinstitute auf diesen Deal nicht eingehen und auf die Integrierung von Apple Pay verzichten. Damit bleibt dem kalifornischen Unternehmen nur die Anpassung des Gebührensatzes oder die Eröffnung einer eigenen Bank.

Kommt die Apple Bank?

Um in Europa Fuß fassen zu können, muss Apple die Gebühren seines mobilen Zahlungsdienstes anpassen – oder eine eigene Bank eröffnen. Dieser Gedanke stand bei dem Konzern tatsächlich bereits im Raum und wäre dank der sicheren Token-Lösung und der vorhandenen Infrastruktur auch realisierbar. Ein komplett eigenes Finanzinstitut ist dennoch unwahrscheinlich, da Apple Pay zumindest in den USA zeigt, dass es auch ohne geht. Wahrscheinlicher ist die Einführung einer neuen Plattform, die sich das Backend-System der Banken zunutze macht und lediglich ein eigenes Frontend nutzt.
Ob mit Gebühren oder ohne: Apple Pay hat in Europa einen schweren Stand. Wie das Unternehmen auf die neue EU-Regelung reagieren wird und ob in naher Zukunft tatsächlich die erste Apple Bank eröffnen wird, bleibt also abzuwarten.

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