China: Schuldenblase durch Immobilienkredite

China: Schuldenblase durch Immobilienkredite

China: Schuldenblase durch Immobilienkredite

Innerhalb weniger Jahre hat sich China zu einer der größten Volkswirtschaften weltweit hochgearbeitet. Dass dieser schnelle Wachstum nicht ohne Folgen ist, zeigt ein Blick auf die Verschuldung der Volksrepublik.

Verschuldung wächst kontinuierlich

Chinesische Statistiken sind für westliche Institute nicht leicht zu durchschauen. Das MGI hat jüngst jedoch einen Versuch gewagt und das Bruttoinlandsprodukt analysiert. Die Studie, welche im Rahmen dieser Analyse erstellt wurde, zeigt ein großes Problem auf: China hat Schulden. Das alleine ist bei einem solchen Wachstum, wie es die Volksrepublik in den letzten 20 Jahren zu verzeichnen hatte, nicht überraschend. So ist das Wachstum der Gesamtverschuldung von 121 Prozent auf 158 zwischen 2000 und 2007 zwar groß, passt jedoch auch zur Transformation des Landes von einem Schwellenland zu einer modernen Volkswirtschaft.
Problematisch ist das Wachstum zwischen 2007 und Mitte 2014. In diesem Zeitraum stiegen die 158 Prozent auf 282 Prozent des BIP. In Zahlen ausgedrückt, sind die Schulden von 7,4 Billionen auf 28,2 Billionen US-Dollar gestiegen. Das ist mehr als bei den meisten entwickelten Volkswirtschaften einschließlich Deutschland und USA. Die Gründe dafür liegen vor allem im stagnierenden Wachstum des Immobilienmarktes.

Gefahr durch stagnierende Immobilienpreise

Eine Ursache für die Schuldenblase ist der Bauboom in China. Dieser führt dazu, dass die Immobilienpreise in den Metropolen und auch in den Provinzen in die Höhe schießen. In Shanghai beispielsweise, nahmen die Preise innerhalb der letzten Jahre um ganze 86 Prozent zu. Da die realen Zinsen in der Volksrepublik ausgesprochen niedrig sind, gehört der Wohnungsmarkt zu den beliebtesten Anlageobjekten. Der Immobilienmarkt ist generell ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und macht mittlerweile fast die Hälfte des chinesischen Kreditvolumens aus.
Das Problem an der Bauwut zeigt sich erst, seitdem die Wohnungsverkäufe zurückgehen. Dies war nach einem Jahrzehnt des Wachstums erstmals 2014 der Fall und führte zur Verunsicherung von Kaufinteressenten. Das wiederum, lässt den Wohnungsmarkt zur Zeit noch stärker stagnieren. Im Hinblick auf die anhaltende Bauwut ist das fatal, denn die Wohnungsbauunternehmen, die zur Zeit ganze Millionenstädte aus dem Boden stampfen, sind auf den Verkauf der Immobilien angewiesen. Vor allem kleine Unternehmen stehen durch das stagnierende Wachstum des Immobilienmarktes vor dem Bankrott und hinterlassen dann Geisterstädte wie das bekannte Ordos in der Inneren Mongolei.

Weitere Probleme durch Schattenbanken

Der Immobilienmarkt ist nicht das einzige Problem der Volksrepublik. Auch die Schattenbanken tragen zu einem großen Teil zur Schuldenblase bei. Der Grund: Die geheimen Institute haben ein Kreditvolumen von 6,5 Billionen US-Dollar, was etwa 30 Prozent aller chinesischen Schulden entspricht. Dieses Volumen nimmt jährlich zu, was in erster Linie daran liegt, dass normale Kreditinstitute ihre Darlehen nur an Staatskonzerne vergeben. Normalbürger und kleine Unternehmen setzen also auf die Schattenbanken, welche natürlich weitestgehend unkontrolliert agieren.

Spätestens bei einem Einbruch des Immobilienmarktes würde dieser Fakt zu riesigen Problemen führen.
China zeigt also deutlich, dass eine rasant wachsende Wirtschaft fast immer mit großen Problemen verbunden ist. Das gilt vor allem für Schwellenländer, deren Gesetze und Regelungen für westliche Institute kaum zu durchschauen sind. Ob die Schuldenblase tatsächlich platzt oder ob sich der Immobilienmarkt doch noch selbst reguliert, bleibt abzuwarten.

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