EZB – mehr Kredite gegen die schleichende Verarmung

Deflation
Wenn wir das Wort Deflation hören, denken die meisten an die Dreißigerjahre. Die Amerikaner erlebten in diesen Zeitraum ihren größten Albtraum. Erst brachen die Börsen zusammen, dann kam die Deflation. Wird sich durch die Dauerstagnation im Euroraum, die Geschichte noch einmal wiederholen?

Wie schlecht oder wie gut, die finanzielle Situation der tatsächlich ist, wissen wahrscheinlich nur sehr wenige. Heute ein Rettungsschirm, morgen billige Kredite, die EU unternimmt sehr viel, um die Eurozone vor der Deflation zu schützen.

Einfach mehr Geld durch günstige Kredite in den Markt pumpen – ist dass eine Lösung. Gibt es nicht noch mehr, was man tun könnte oder ist es vielleicht ganz falsch, überhaupt was zu unternehmen. Die momentane Situation, lest unheimlich viele Fragen offen, Fragen die man durchaus stellen musste.

Wen die Deflation kommt, welche Auswirkung können wir erwarten.

Henrik Müller ein Professor für wirtschaftspolitischen Journalismus an der Universität Dortmund, hat in einen Artikel für den Spiegel-Online, drei Arten der Deflation ausführlich beschrieben.

Dem nach gibt es laut den Banken für Internationalen Zahlungsausgleich, drei Arten der Deflation: eine gute, eine schlechte und eine die wirklich hässlich werden kann.

Die gute Deflation hatten wir zwischen 1873 und 1896. Die Mechanisierung und ein massiver Ausbau der Eisenbahnnetze, schufen die besten Voraussetzungen für einen sprunghaften Anstieg der Wirtschaft und der Produktivität. In den genannten Jahren fielen die Preise in vielen Ländern, im gleichen Zug wuchst auch die Wirtschaft. Der Preisverfall ist hier durch einen Produktivitätsboom und offene Märkte ausgelöst worden.

Die nächste Deflation wäre also die schlechte. Wenn nicht alle Preise gleicher maßen fallen, kann es zur Verspannungen in der Wirtschaft führen. Ein simples Beispiel: wenn die Preise für Industriegüter fallen und die Löhne im Gegensatz stabil bleiben, steigen so die Produktionskosten bedingt durch immer teure Arbeit. Wenn ein Unternehmen hierdurch seine Wettbewerbsfähigkeit verliert, sorgt die Deflation für steigende Arbeitslosigkeit. Die gestiegene Arbeitslosigkeit senkt die Kaufkraft und der Kreis beginnt sich u schließen. Die schlechte Deflation wird auch in Sozialstaaten zum Problem. Staatliche Leistungen sind nicht flexibel genug und senken nicht automatisch, mit dem bröckelnden Preisniveau. Wen also die Ausgaben steigen und die Steuereinnahmen sinken, kommt der Staatshaushalt ins Wanken.

Die hässliche Deflation ist eigentlich mehr als nur ein Horror Scenario – es ist ein Finanz Fiasco auf allen Ebenen. Hohe Staatsverschuldung, faule Kredite die in den Bilanzen der Banken schlummern und die fallenden Preise, sorgen für eine dramatische erdrückende Schuldenlast. Die Schuldner werden zahlungsunfähig, die Banken stellen die Kreditvergabe ein, was die schon geschwächte Wirtschaft noch weiter in den Abgrund bringt. Das Kartenhaus fällt zusammen – die Banken fallen nach einander wie in einer Kette, die Wirtschaft stagniert und die Arbeitslosigkeit steigt an.

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