Kredit vom Jobcenter: Tilgung macht vielen Hartz-IV-Beziehern Probleme

Jobcenter-Darlehen

Hartz IV schützt Arbeitssuchende vor der Armut. Viel mehr ist allerdings nicht drin, weshalb selbst für kleinere Anschaffungen ein Kredit vom Jobcenter notwendig wird. Kürzungen im Regelsatz sind die Folge.

Darlehen für Alltägliches

Der Kühlschrank ist kaputt, die Waschmaschine gibt den Geist auf oder das Auto benötigt eine Wartung: Alles Szenarien, die Hartz-IV-Nehmer nicht ohne fremde Hilfe stemmen können. Das Jobcenter gewährt deshalb immer mehr Arbeitssuchenden Kredite, wenn die Sicherung des Lebensunterhaltes gefährdet ist. Die Betroffenen müssen lediglich nachweisen, dass die Anschaffung zwingend notwendig ist.

Wo ein Kredit, da auch eine Rückzahlung. Im Falle des Jobcenter-Darlehens müssen Hartz-IV-Nehmer monatlich zehn Prozent des Regelsatzes für die Tilgung abgeben. Von dieser Regelung machen inzwischen knapp 18.000 Arbeitssuchende Gebrauch. Das sind 21 Prozent mehr als noch im Jahr 2010, als lediglich 15.500 Menschen einen Kredit aufnahmen.

Die Kreditanfragen nehmen also zu, was in erster Linie an den höheren Lebenserhaltungskosten und verringerten Leistungen liegen dürfte. Verschiedene Politiker fordern deshalb nun, dass die Regelsätze erhöht oder die Kredite zumindest angepasst werden.

Kredite werden immer höher

mmer mehr Hartz-IV-Nehmer benötigen ein Darlehen. Auch die Höhe der Kredite steigt immer weiter, wie eine Statistik ergeben hat. So wurden 2010 durchschnittlich 259 Euro benötigt, während es 2013 schon 341 Euro waren. Mittlerweile benötigen Betroffene durchschnittlich 365 Euro für wichtige Anschaffungen.

Inzwischen werden für die Darlehen rund 6,8 Millionen Euro benötigt. Das ist wesentlich mehr als noch 2010, als Kredite in Höhe 4 Millionen Euro gewährt wurden. Als Konsequenz auf diese Erhöhung fordert Linken-Politikerin Sabine Zimmermann nun eine Erhöhung des Hartz-IV-Regelsatzes.

Höherer Regelsatz für weniger Darlehen

Die immer größer werden Kreditanfragen sind ein deutliches Zeichen, dass der Hartz-IV-Regelsatz zu niedrig ist. Das sieht zumindest Linken-Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann so. Die Politikerin, welche auch die Anfrage zu den Jobcenter-Krediten gestellt hat, fordert deshalb eine Anhebung der Hartz-IV-Sätze. Dadurch könne jeder Betroffene wichtige Anschaffungen aus eigener Tasche zahlen, so Zimmermann. Das würde nicht nur die finanzielle Belastung verringern, sondern auch dazu beitragen, dass Arbeitssuchende ihre Würde bewahren. Außerdem würden Zeit und Ressourcen gespart, die aktuell für die Bearbeitung von Kreditanfragen benötigt werden.

Nicht zuletzt stellt die monatliche Tilgung eine große Belastung für die Betroffenen dar. Das Geld, dass ohnehin knapp ist, wird noch einmal um zehn Prozent reduziert und das über mehrere Monate. All diese Probleme sprechen dafür, dass die Hartz-IV-Sätze angehoben werden müssen. Auch Sonderregelungen oder verringerte Rückzahlungen kommen in Frage, um die Situation für die Betroffenen und das Jobcenter zu verbessern.

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