Yapital: Zahlungsdienst wird eingestellt

Yapital: Zahlungsdienst wird eingestellt

Yapital: Zahlungsdienst wird eingestellt

Yapital wird eingestellt. Der Handelskonzern Otto zieht damit die Konsequenzen aus niedrigen Nutzerzahlen und den generell schlechten Prognosen für Mobile-Payment-Dienste in Deutschland.

Yapital wird im Januar eingestellt

In anderen Ländern ist die Zahlung via Smartphone bereits üblich, in Deutschland sind die Menschen dem neuen Zahlungsinstrument gegenüber jedoch weiterhin skeptisch eingestellt. Das macht sich nun auch für den Dienst Yapital bemerkbar. Die 2011 gegründete Otto-Tochter ist seit längerer Zeit nicht mehr rentabel und soll deshalb in Kürze aufgelöst werden. Dies teilte der Geschäftsführer Marc Berg mit und nannte auch die Gründe für die Schließung des Dienstes. Demnach hätten die notwendigen Marketingausgaben, um Yapital in Deutschland zu etablieren, das Budget gesprengt. Auch Versuche, eine Partnerschaft mit einer großen Bank einzugehen, um den Kundenstamm zu erweitern, seien gescheitert, so Berg. Zuletzt strebte das Unternehmen eine Kooperation mit dem kürzlich gestarteten Zahlungsdienst Paydirekt an – auch dies war nicht von Erfolg gekrönt.
Die letzte Transaktion über Yapital soll am 31. Januar abgeschlossen werden. Dann geht der Dienst endgültig vom Netz und mit ihm auch ein Großteil der Mobile-Payment-Nutzer in Deutschland.

Yapital-Schließung: Der Anfang vom Ende?

In den Vereinigten Staaten nutzen rund 14 Prozent der Menschen mobile Zahlungsdienste, in Deutschland gibt es laut aktueller Schätzungen lediglich 200.000 Nutzer. Das Ende von Yapital – der Dienst hatte rund 100.000 Nutzer – dürfte diese Zahl noch einmal deutlich nach unten korrigieren. Doch warum ist das so? Laut einiger Fachleute liegt es an dem geringen Bedarf an mobilen Zahlungsmöglichkeiten. In Deutschland können Kunden mit dem Bargeld und den Karten bereits effizient bezahlen, während Online-Dienste wie PayPal auch im Netz für einen einfachen und sicheren Einkauf sorgen. „Das Smartphone allein bringt dem Verbraucher also keinen Zusatznutzen“, so Hans Kraus, Zahlungsexperte eines großen Unternehmens.
Die Yapital-Schließung könnte die Mobile-Payment-Welle also beenden, bevor sie überhaupt richtig bekommen hat. Die Ausbreitung der NFC-Technik wird sich dennoch fortsetzen.

NFC-Technologie bis 2018 flächendeckend

Auch wenn mit Yapital einer der größten Zahlungsdienste schließt, geht die Entwicklung auf dem Mobile-Payment-Markt weiter. Bis 2018 sollen alle Kassensysteme mit der NFC-Technik ausgestattet sein und auch der eingangs erwähnte Funkchip wird nach und nach in allen Mobilgeräten verbaut. Damit gehört auch die klassische Kreditkarte der Vergangenheit an, denn die virtuelle Lösung ist komfortabler und sicherer. Mit Paydirekt und vielen kleinen Fintechs stehen außerdem einige Zahlungsdienste in den Startlöchern, die den Platz von Yapital einnehmen können. Wie lange das allerdings noch dauert, lässt sich aufgrund der schleppenden Entwicklung des Marktes nur schwer sagen.

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